Table Hopping fängt die Eröffnung früher an als man denkt? Teil I
3. November 2008 | Von Peter Bold | Kategorie: Theorie des ZaubernsDas Table-Hopping-Programm beginnt mit dem Hallo sagen, mit dem Karte ziehen lassen, mit dem ersten Effekt, oder? Eigentlich beginnt das Programm schon bevor du den Vorführraum, also den Bankettsaal, das Restaurant oder die Bar betrittst. Nämlich im Kopf.
Gerade in Vorführsituationen bei denen den Zuschauern nicht klar ist, dass sie gleich von einem lustigen Mann in einer Blumenweste Besuch am Tisch bekommen, startet im Kopf vieler Kollegen, mit denen ich sprach, ein ganz abgefahrener Film. Abgefahren so im Sinne von “alle Anderen sind schon weg und du bist noch allein im dunklen Keller”. Oder bist du doch nicht so allein? Also für die Meisten ein Horrorfilm. Und der sieht, bunt und in Farbe, etwa so aus:
An welchen Tisch geh ich denn zuerst? An den da hinten? Aber wenn die mich gar nicht sehen wollen? Ich geh hin und sage: „Hallo, wollt ihr mal `nen Trick sehen?“ Und dann gucken die ganz komisch als wär´ ich der Idiot und sagen, sie mögen gar keine Zauberer. Und dann hab ich mich blamiert. Oder ich fang an und die gucken gar nicht zu. Und ich werd` nervös und fang wieder an zu schwitzen und die Münze fällt mir aus der Palmage und die lachen alle. Oder geh´ ich an den Tisch da drüben? Aber die haben schon gesehen, dass ich sie beobachte und gucken jetzt schon so komisch. Ach, ich weiß nicht. Nein ich wart´ noch. Aber was denkt denn dann der Chef und was meinen die, warum ich hier so rumstehe und starre.
Entsprechend bescheiden ist dann auch der Zustand der Kollegen, wenn sie an den Tisch kommen, und die locker flockige Eröffnung wirkt gar nicht mehr so locker. Zum Glück kannst du diesen Film ändern, denn er ist ja in deinem Kopf. Da bin ich mal ganz der Meinung von Onkel Richard (Bandler) auch wenn ich NLP nicht dogmatisch vertreteWelcher Film läuft also in meinem Kopf ab? Ein sehr erfreulicher! Wenn ich neue Routinen vorführe, probe ich im Geiste noch mal den gesamten Ablauf. Ich freue mich darauf, gleich neue Freunde kennen zu lernen. Ich stelle mir vor, wie ich gleich den Raum betrete und Gäste begrüße, die ich schon kenne (Social Proof). Bei Firmenveranstaltungen ist das der Mensch, der mich gebucht hat, und/oder der Chef. Bei Restaurants und Bars der Inhaber, das Personal und Stammgäste bei Wiederholungsauftritten. Ich weiß, dass mir dabei ein Tisch besonders auffallen wird. Ich sehe, wie ich an diesen Tisch gehe. Ich sehe und höre, wie ich die Gäste begrüße und sie sich freuen, mich kennen zu lernen. Ich sehe, wie sie staunen, und höre, wie sie applaudieren. Ich führe das gesamte Programm bis zur Verabschiedung vor, bemerke, wie die Gäste es schade finden, dass ich schon gehen muss, und wie der nächste Tisch darauf wartet, dass ich vorbei komme.
Jetzt will ich wirklich endlich ein echtes Publikum haben. Ich kann es kaum noch erwarten aufzutreten. Ich bin voll Energie und strahle vor Freude. Muss ich das ganze Zeug absichtlich machen? Nein, meistens bin ich einfach so. Aber ich weiß, dass ich so bin, wenn ich mich vor einem Auftritt wohl fühle. Ich weiß, dass ich besser bin, wenn ich mich so fühle. Und ich weiß, dass ich diese Schritte willentlich durchführen kann, falls ich mich aus Gründen nicht so wohl fühle. Denn das Publikum hat es verdient, dass ich immer so gut bin wie möglich.
Oh große Spannung, was passiert eigentlich, wenn man dann erst mal im Saal ist? Mehr dazu in Teil II