Table Hopping - fängt die Eröffnung früher an als man denkt? Teil IV

3. November 2008 | Von Peter Bold | Kategorie: Theorie des Zauberns

In Teil III hatte ich schon eine ganze Weile darüber geschwafelt, an welchem Tisch man gut anfangen kann, wenn es Zuschauer gibt, die man schon kennt. Natürlich werdet ihr auch oft in Vorführsituationen kommen, in denen dies nicht der Fall ist. Nichtsdestoweniger ist es wichtig, von Anfang an gut anzukommen.

Von Bedeutung sind dabei sowohl die Auswahl des ersten Tisches, als auch die Kommunikation mit den Zuschauern an diesem Tisch. Gerade beim direkten Kontakt mit den Gästen, wie beim Table Hopping oder als Walk Act, sei es in Gastronomiebetrieben, bei privaten Anlässen oder auf Messen, sehe ich mich sowieso weniger als Zauberer, denn als professioneller Kommunikator. Auch oder gerade weil sich diese Formulierung doch ein bisschen nach Star Trek anhört.

Damit ein Tisch überhaupt für einen Auftritt in Frage kommt, sollten die folgenden Kriterien erfüllt sein:

Die Gäste hatten bereits Gelegenheit, ihre Getränkebestellung aufzugeben.

Es wird nicht gegessen.

Die Gäste befinden sich nicht in einer stark emotional beladenen Unterhaltung.

Es findet keine geschäftliche Besprechung statt.

Die Gäste scheinen eine positive Grundeinstellung zu haben und sind fröhlich.

Natürlich gehört es in den meisten Fällen auch zum Aufgabenbereich des professionellen Kommunikators, weniger gut gelaunte Gäste in einen besseren Zustand zu versetzen. Diese Aufgabe sollte man sich aber für einen späteren Zeitpunkt vorbehalten.

Wie ich bereits in einem der vorigen Artikel erwähnte, fällt mir meist schon in den ersten Sekunden nach dem Betreten des Raumes ein Tisch auf, für den die oben genannten Kriterien zutreffen. Zu diesem Tisch fühle ich mich meist spontan hingezogen, bevor ich bewusst verarbeitet habe, warum dies der Fall ist. Die positive Einstellung der Zuschauer ist eben schon aus der Ferne zu bemerken. So, wie ich den Raum mit einer freundlichen und offenen Körpersprache betrete, ist sie auch bei den Mitgliedern der Gruppe an diesem Tisch zu sehen.

So wird z. B. die erste Kontaktaufnahme über den Blick freundlich quittiert. Die Gruppenmitglieder lächeln und befinden sich in einem konstruktiven Gedankenaustausch. Der Gruppenleiter tritt nicht übermäßig dominant auf, sondern nimmt mehr eine moderierende Funkion wahr. Personen, die sich der äußeren Grenzlinie der Gruppe nähern oder sie überschreiten (z. B. Servicepersonal), werden wahrgenommen, aber nicht mit Feindseligkeit bedacht, sei sie offen oder verdeckt.

Dieser Tisch ist meiner Meinung nach ideal für die erfolgreiche Eröffnung des Abends geeignet und ich freue mich darauf, mit den an ihm befindlichen Gästen ins Gespräch zu kommen.

In der nächsten Ausgabe der Table Hopping-Serie werden wir sehen, wie man an diesem ersten Tisch möglichst große Reaktionen bekommt.

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