Die ideale Eröffnung für Table Hopping Teil II

11. Oktober 2009 | Von Peter Bold | Kategorie: Theorie des Zauberns, Zauberschule

In Teil I dieses Artikels habe ich von meinem Eröffnungstext beim Table Hopping erzählt. Er dient dazu meinen Charakter als nicht bedrohlich, ungewöhnlich und dominant zu etablieren. Hier, direkt am Text, einige genauere Ausführungen dazu. Den Anfang des Textes richte ich zwar scheinbar an alle Mitglieder der Gruppe, aber ins Besondere an den Gruppenleiter.

„Hallo.“ Ich beginne mit einer standartisierten Grußformel die mit ruhiger, offener und freundlicher Körpersprache vorgetragen wird. Ich mache dabei keine hektischen Bewegungen, komme noch keinem Zuschauer näher als eine Armeslänge und berühre natürlich auch niemanden. Wie bereits erwähnt ist dabei meine innere Einstellung, dass ich die Zuschauer bereits kenne und mich darüber freue, sie wieder zu sehen.

„Herzlich Willkommen in der Show.“ Bis zu dem Wort „Show“ war noch alles normal und ich hätte genau so gut ein Vertreter des Veranstaltungsortes sein können, der die Gäste persönlich begrüßt. Die überraschende Wendung im Satz stellt einen Pattern Interrupt dar, der die Zuschauer für die gleich folgenden Befehle empfänglicher macht.

„Das bin ich. Peter Bold.“ In einer Anwendung des in der Hypnose verwendeten Prinzip des Pacing & Leading führe ich hier eine offensichtliche Wahrheit an, um im nächsten Schritt eine Behauptung auch als Wahrheit anerkennen zu lassen.

„Ihr seid das Publikum.“ Hier die erste Behauptung. Der Vorteil gegenüber einer Eröffnung durch eine Frage wie zum Beispiel: „ Wollt ihr einen Trick sehen?“ liegt auf der Hand. Denn ein Nein als Antwort kommt nicht in Frage. Vielmehr impliziert der Satz, das die Gruppenmitglieder sich in Folge als Publikum verhalten werden. Ein Publikum konzentriert sich auf die Vorstellung und erkennt die zeitweise Führung durch den Vorführenden an.

„Und wir machen jetzt Arbeitsteilung! Ich bin verblüffend, Ihr seid verblüfft!“ Hier gibt es eine doppelte Bedeutung. Zum einen bezieht sich die Aufforderung zur Arbeitsteilung auf den nachfolgenden Satz. Zum anderen ist es auch eine Anweisung zur Kooperation während des gesamten weiteren Programms.

„Und um das gemeinsame Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, ziehst du eine Karte!“ Ab „ziehst du eine Karte!“ richtet sich die Kommunikation nicht mehr hauptsächlich an den Gruppenleiter, sondern an die Person niederer Rangordnung, mit der er zuvor hauptsächlich kommunizierte. Bei den letzten Worten nähere ich mich der Person, die eine Karte ziehen soll bis auf Unterarmlänge und halte ihr das Spiel zum Ziehen der Karte direkt vor die Hände.

Das Gelingen der Vorstellung durch die Verblüffung der Zuschauer wird gleichsam zum gemeinsamen Ziel erklärt. Und der Zuschauer, der die Karte zieht, willigt durch eben diesen Vorgang, auch stellvertretend für die Gruppe, in diese Übereinkunft ein.

Die Wirkung, die dieser Text bei korrekter Präsentation auf die Zuschauer hat, bemerkt man erst richtig, wenn man ihn in der Anwendung erlebt. Ich schlage also vor, dass ihr ihn ein paar Mal genau so ausprobiert, bevor ihr ihn für eure Bedürfnisse anpasst. Die Worte Peter Bold könnt ihr natürlich auch gleich durch euren Namen ersetzen. Oder ich schicke euch einfach noch ein paar Visitenkarten von mir.

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