Unwahrscheinlich oder Unmöglich?
11. Oktober 2009 | Von Peter Bold | Kategorie: Theorie des Zauberns, ZauberschuleBeim Nachdenken darüber, welche Fähigkeit man auf der Bühne darstellt und was, die Quelle dieser Fähigkeit ist, kommt man auch schnell zum Unterschied zwischen unwahrscheinlich und unmöglich.
Meine Oma zum Beispiel äußert regelmäßig die Ansicht, dass ich unmöglich sei. Ich wiederum halte das für relativ unwahrscheinlich.
In der Zauberkunst kann dieser Unterschied für die Präsentation und den erzielten Effekt von erheblicher Bedeutung sein. Leicht kann es auch geschehen, dass man durch eine gut gemeinte Handlung, die gedacht war um den Effekt zur verstärken, ebenselbigen von der Unmöglichkeit zur Unwahrscheinlichkeit „herabstuft“.
Ein Beispiel dafür ist die Ehrgeizige Karte (dem aufmerksamen Leser wird bereits meine Vorliebe für diesen Effekt aufgefallen sein). Gibt der Vorführende hierbei die Karte in das Spiel, um anschließend nochmals zu mischen, wird Wahrscheinlichkeit, dass sich die gewählte Karte auf dem Spiel befindet natürlich bedeutlich erhöht.
Ist einem diese Tatsache nun erst einmal bewusst geworden, kann man eben diesen Wissen in die Vorführung mit einbauen. Sei es um den Effekt durch noch klarer und stärker zu gestalten oder als Anregung für eine neue Präsentation oder einen geänderten Vortrag.
Wen man schon einmal die Unbill des Nachdenkens über solche Aspekte der Zauberkunst auf sich genommen hat wird recht schnell auch klar, dass die meisten Effekte gar nicht wirklich unmöglich sind sondern die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens lediglich außerhalb der vermuteten Lebensspanne des Universums liegt
Um mit einem Beispiel von Robert Anton Wilson zu schließen: Die Thermodynamik macht es nur sehr wahrscheinlich, dass die Moleküle eines Gases, wie z.B. der Luft sich gleichmäßig in einem Raum, wie z.B. deinem Zimmer verteilen. Sie könnten sich zufällig auch alle in einer Ecke aufhalten, was dir das weitere Lesen dieses Artikels natürlich deutlich erschweren würde. Aber davon bald mehr. Hoffe ich. Ich glaube ich setze mich lieber auch schon mal in eine Ecke.