Warum ist die Karte eigentlich Ehrgeizig?

11. Oktober 2009 | Von Peter Bold | Kategorie: Begriffe, Zauberlexikon

Bei der Ehrgeizigen Karte ( im anglophonen Sprachraum Ambitious Card) handelt es sich nicht etwa um die diamantbesetzte Platinkarte von American Express, die man in der münchner Schikeria vermutlich braucht um sich ein paar Freunde zu kaufen oder sich das Leben gleich schön zu koksen. Es ist vielmehr ein Klassiker der Kartenkunst, der so gut ist, dass man ihn vorführen kann, um sich damit ein paar Freunde zu kaufen. Oder falls das nicht klappt doch wieder Koks.

Spaß beiseite. Wer mich kennt weiß natürlich, dass die härteste Droge die ich zu mir nehme ein starker Kaffee ist. Und dass auch nur an hohen Fest- und Feiertagen. Frust jeglicher Art übt man besser mit der Vielzahl von Griffen weg, die man bei der Ehrgeizigen Karte einsetzen kann. Denn der Effekt ist zwar ganz einfach: Eine Karte die in die Mitte des Spiels geschoben wird wandert an die oberste Stelle. Die Wege diesen Effekt zu erreichen sind aber schier endlos.

Was den genauen Ursprung der Routine anbelangt, gehen die Quellen auseinander. Der Zeitraum der ersten Publikation liegt aber wohl zwischen dem Beginn des 18. Jahrhunderts (Richard Neve) und dem Beginn des 19. Jahrhunderts (Gustav Alberti).

Weite Popularität in Zaubererkreisen erlangte die Routine durch die Beschäftigung von Dai Vernon mit dem Thema. Die zur Zeit in Deutschland wahrscheinlich bekannteste und beliebteste Routine stammt von Alexander DeCova.

Sehr interessant sind auch die Überlegungen der spanischen Kartenzauberlegende Juan Tamariz zu Ehrgeizigen Karte. Er sieht ihren Erfolg beim Publikum zu einem Teil darin begründet, dass sie ein Symbol der Wiederauferstehung ist, da die im Kartenspiel begrabene Karte immer wieder nach oben wandert. Tatsächlich kommt der Effekt auch weniger stark an, wenn man, bei gleicher Präsentation, die Karte nach unten wandern lässt.

Mir selbst gefällt auch meine eigene kleine Zusammenstellung ganz gut, die ihr unter dem Titel Easy Ambitions auf meiner DVD Bold live! - Peter Bold findet.

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