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Aber es könnte sein! Teil I

Bist du dir sicher, dass deine Zuschauer verblüfft sind?

Sie haben ihr Ziel erreicht! Diesen meist von einer mehr oder weniger einschmeichelnden Frauenstimme präsentierten Satz kennt wohl jeder, der sich schon einmal der modernen Technik bedient hat, um seinen Auftrittsort zu erreichen.

Navigationssysteme machen das Leben für Künstler und Dienstleister unter Termindruck einfacher. Damit sparen sie Zeit und Nerven, die man besser darin investieren kann, eine bessere Show zu liefern. Oder noch so einen verdammt leckeren Brotpudding zu essen, den man sich als Reiseproviant eingepackt hat. Damit ist man dann auch nicht darauf angewiesen, zum dritten Mal in der Woche, trotz anders lautender vertraglicher Vereinbarung, diese leckere, kalte, in der Mitte aufgeweichte und an den Rändern verbrannte Pizza herunterzudrücken.

Diese Navigationssysteme oder kurz Navis werden von ihren Besitzern, in einem typischen Akt der Anthropomorphisierung von technischem Gerät, oft mit neckischen Frauennamen betitelt und noch öfter wüst beschimpft. Angeblich funktionieren sie elektronisch, digital oder vermittels eines anderen modernen Wortes. Im Weltraum sollen um die Erde Satelliten kreisen, die dem Gerät sagen , wo es sich befindet und ein Computer rechnet dann aus, wohin man fahren soll. Auf jeden Fall behaupten das die Hersteller.

Wie aber soll das erklären, dass das Navi am Anfang immer so lange braucht? Dass die nette Stimme oft so einen seltsamen Akzent hat? Total verwirrt ist, wenn man mal ein wenig anders fährt? Und manchmal auch sagt, dass man das Zielgebiet erreicht habe, obwohl dem noch gar nicht so ist?

Ich glaube ja, die Dinger sind gar keine Computer, sondern Verbindungen zu einem Callcenter in Indien. Dort sitzen nette Damen mit Kopfhörern vor Bergen von Atlanten und bearbeiten die jeweilige Anfrage. Dieser Umstand würde schon mal den charmanten Akzent und die oft ungewohnte Aussprache erklären. Zu Beginn der Navigation brauchen die Mädels ein bisschen länger, um den passenden Atlas zu finden. Vielleicht ist der ja auch gerade noch bei der Kollegin. Verwirrung auf dem Weg? In der Seite verschlagen! Und die Navigation die zu früh aufhört - ein ganz klarer Fall von Mittagspause.

Unwahrscheinlich? Aber es könnte sein! Wie überzeugt ihr mich vom Gegenteil, wenn ich erst einmal auf die Idee gekommen bin? Die gleiche Frage gilt für Zaubertricks jeder Art. Eure Zuschauer wissen vielleicht nicht wirklich, wie der Trick funktioniert. Wenn sie aber davon überzeugt sind, die Erklärung zu kennen und sei sie auch noch so abstrus, wird der Effekt erheblich geschmälert. Auch weil damit ein Denkprozess in Gang gesetzt wird, der euch die Lenkung der Aufmerksamkeit erschwert.

Es ist also äußerst lohnenswert einen Tag in den Schuhen eurer Zuschauer zu gehen. Wenn ihr dann erkannt habt, welche Lösungsansätze die Zuschauer vermuten könnten, habt ihr die Möglichkeit diese mit den gleichen Mitteln wie den echten Lösungsansatz zu verschleiern.

Welche Nebelbomben ihr dafür einsetzen könnt, und eine praxiserprobte Technik, um zu erfahren, was die Zuschauer vermuten, erfahrt ihr in Teil II dieses Artikels.

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© 2008 Peter Kühn-Bold